Performance art

Mit der Uraufführung seiner Komposition "Minotaurus", für eine verstärkte Stimme und Live-Elektronik mit Gestural Controllers, gewinnt Alex Nowitz den ersten Preis des zweiten Europäischen Wettbewerbs der ECPNM (European Conference of Promoters of New Music) für Komposition und Interpretation von Musikprojekten mit Live-Elektronik. Die vom MWFK (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) des Landes Brandenburg und dem EMS in Stockholm (Electroacoustic Music in Sweden) geförderte Uraufführung fand am 4. Oktober innerhalb des Abschlusskonzertes der ISCM (International Society of Promoters of New Music) World New Music Days 2009 in Göteborg statt. Durch die Unterstützung der Stiftung STEIM in Amsterdam hat er seit Herbst 2007 das in der Komposition verwendete, neuartige elektronische Instrument entwickelt (siehe Artikel: Voice and Live-Electronics Using Remotes as Gestural Controllers).

Alex Nowitz ist Komponist von Vokal- und Kammermusik, elektronischer Musik und Werken für Tanz-, Sprech- und Musiktheater. Er erhielt Kompositionsaufträge von Ensembles wie z.B. der Kammerakademie Potsdam, und von Theatern wie der Staatsoper unter den Linden Berlin. Seine erste abendfüllende Oper "Die Bestmannnoper" wurde im Frühjahr 2006 mit großem Erfolg am Theater in Osnabrück von GMD Hermann Bäumer uraufgeführt. Gerhard Rohde von der FAZ schreibt: "Lachen kann töten - Naziverbrecher gehören nicht auf die Opernbühne. Mit seiner 'Bestmannoper' über den SS-Mann Alois Brunner ist Alex Nowitz der Beweis des Gegenteils gelungen. [...] Die Zusammenarbeit der Osnabrücker Oper mit der Rheinsberger Opernwerkstatt bescherte dem Musiktheater ein wichtiges Werk für eine aktuelle Zeitoper."

Alex Nowitz ist Sänger, Pfeif- und Stimmkünstler, der mit Musikern und Komponisten aus verschiedenen stilistischen Bereichen als Improvisationskünstler oder Interpret zusammenarbeitet und international auftritt (Europa, Nordamerika, Russland). Dabei präsentiert er ein breites Spektrum an erweiterten Stimmtechniken, die weit über das rein klasssische Idiom hinausgehen, das die Grundlage für ihn als Tenor und Countertenor bildet.

Derzeit ist er als Musiker und Sängerdarsteller (Countertenor, erweiterte Stimmtechniken) an der Schaubühne Berlin innerhalb der Produktion:zu erleben.
Patrick Wildermann vom Tagesspiegel Berlin schreibt am 25.8.2007: "Ein seltsames Zwitterwesen irrlichtert durch diesen Sommernachtstraum, ein sonnenbebrillter Satyr in schwarzem Leder, irgendwo zwischen Dandy und Diva, der mal mit Elvisschmelz Songs über Liebe, Lust und den ganzen Rest singt, dann wieder, ganz große Oper, unversehens mit einer Arie in kristallenen Knabenhöhen betört. Der androgyne Rockstar-Pan, er treibt als hintergründiger DJ den ekstatischen Abend an, er führt am Ende die libidoverwirrten Shakespeare-Figuren am unsichtbaren Gängelband. Eine rauschhafte Eros-Party in der Kopfschmerz-Dämmerung, die der Regisseur Thomas Ostermeier und die Choreografin Constanza Macras da mit Tänzern, Schauspielern und Musikern aus der elisabethanischen Liebeskomödie gezaubert haben, einer der Hits der vergangenen Schaubühnen-Saison. Und Alex Nowitz, Pianist, Komponist, Sänger, Countertenor, Improvisationskünstler, kurz: unverschämtes Multitalent, ist darin der Zeremonienmeister."
Mehr Infos unter Pressestimmen und Aktuellem.

Als Erweiterung seiner Stimm- und Gesangperformances entwickelte er ein live-elektronisches Setup, das mit zwei kabellosen Fernbedienungen gesteuert wird. Auf diese Weise wird er zum Musiker eines neuartigen elektronischen Instrumentes, das es ihm ermöglicht, seine Vokalkünste der abstrakten Welt elektronischer Klänge gegenüber zu stellen, und dabei die scheinbaren ästhetischen Gegensätze beider Musizierweisen zu einer sinnvoll musikalischen Einheit zusammenführt. Weitere Infos unter: Alex Nowitz - STEIM projects 2007-2008 oder Solo-Konzert.

Alex Nowitz studierte Musik in München, Berlin, Potsdam (USA) und Potsdam (Deutschland). Komposition studierte er bei Gerhard Rosenfeld und David Heinick, elektronische Komposition bei Paul Steinberg und klassischen Gesang (Tenor) bei Michael Büttner, Floyd Callahan und Gerold Herrmann. 2000 schloss er das Studium als Diplommusikpädagoge im Hauptfach Gesang am Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam "mit Auszeichnung" ab. Er erhielt Residenzstipendien auf dem Schloss Wiepersdorf (2002/2006), Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Leighton Studios des Banff Arts Center (Kanada, 2005/2007), STEIM (STudio for Electro-Intrumental Music/Amsterdam, 2007/2008/2009), EMS (Electroacoustic Music in Sweden/Stockholm, 2009) und ebenso mehrmonatige Arbeitsstipendien von der Stiftung Kulturfonds Berlin/Brandenburg, der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.