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Angelus Novus No. II, für CD-Zuspiel,

ist eine Komposition, die in Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Marie-Josée Chartier aus Toronto im Dezember 2003 für die Produktion „Screaming Popes“ entstand.

Für die Komposition habe ich ausschließlich meine eigene Stimme als Ausgangsmaterial benutzt. Das Stück wurde im Studio von Richard Sacks an einem Tag aufgenommen und an einem weiteren editiert. Nachbearbeitungen habe ich nur dann vorgenommen, wenn es mir in kompositorischer Hinsicht sinnvoll erschien. Dabei habe ich mich bei der Editierung auf minimale technische Möglichkeiten beschränkt: Equalizer, Lautstärkeregelung und Kreierung von einem Loop. Das Material der Stimme sollte in ihrer Ursprünglichkeit, so wie sie aufgenommen wurde, weitestgehend erhalten bleiben.

Die Stimme zu ergründen, ihre Ausdruckmöglichkeiten zu erforschen und dabei immer wieder die Grenzen zu überschreiten, und zwar sowohl in physiologischer als auch kultureller Hinsicht, hat mich seit jeher fasziniert.

Die vier Klangproben zeigen Ausschnitte aus dieser Komposition, unterschiedliche Facetten einer Stimmkunst, die in der Gegensätzlichkeit ihrer Mittel den ‚neuen Engel' zu finden sucht.


Klangprobe

Klangprobe zur Bestmannoper -„Aufmachen und zwar sofort“:
Titel
Platzhalter
Interpreten
Platzhalter
Klangprobe
Platzhalter
„Counter“
(1'14'')

Alex Nowitz

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„Invers“
(0'42'')

Alex Nowitz

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„Monk“
(1'12'')

Alex Nowitz

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„Pfiff“
(1'01'')

Alex Nowitz

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Alles kehrt wieder, aber immer irgendwie anders. Ein Widerspruch? Vielleicht, und wenn ja, dann ist das auch nicht weiter schlimm. Denn gerade darin - im Niemandsland des Widerspruchs - ist Kunst gut aufgehoben, dort kann sie überhaupt erst entstehen. Wie dem auch sei - dieses Motto verbirgt sich weitestgehend hinter der Konstruktion der "Musik für neun Instrumente". Ich habe versucht, es hinsichtlich großformaler Aspekte anzuwenden, aber ebenso im Hinblick auf kleinteilige Bauprinzipien bis hin zur kleinsten musikalischen Zelle. Die Wiederkehr des ersten Satzes "Eine Erregung", nämlich im dritten Satz, ist wohl das auffälligste Merkmal, worin sich das Motto widerspiegelt. Im zweiten Satz "Eine Lähmung" wende ich die Formel auf einem anderen Gebiet an: hier bleibt das Tonmaterial der einzelnen Stimmen gleich und kehrt wieder, während sich der musikalische Kontext durch unterschiedliche Dauer und Rhythmisierung der jeweiligen musikalischen Phrasen beständig verschiebt. Außerdem werden diese differenziert dargeboten, indem sich sämtliche Komponenten, welche die Art des Vortrags betreffen, immer wieder ändern - fast so wie im wirklichen Leben.

Postdam, der 03.10.2004
Alex Nowitz