Solo-CD Homo Ludens ist jetzt erhältlich auf nowitz-records (LC 24489).
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(19,98 € plus packaging and postage 2.-€ within Germany, 4.- Europe and 6,50 outside Europe)


"Alles Spielen ist ein Gespieltwerden. Indem er sich auf diesen Gedanken von Gadamer bezieht, deutet der Stimmkünstler und Elektroakustiker Alex Nowitz, der Mitte der 90er mit H. Leichtmann & N. Bussmann in No Doctor zugange war, das hohe Maß des ‚Sichüberlassenkönnens‘ in seinen Arbeiten an. Inzwischen fand er Beachtung mit Die Bestmannoper (über den SA-Mann Alois Brunner), mit Tante Marianne (anlässlich des 75. Geburtstages von Gerhard Richter) und Musiken für T. Ostermeier-Inszenierungen an der Schaubühne Berlin, 2009 war er mit Minotaurus sogar Preisträger bei den World New Music Days in Göteborg. Drei Arbeiten sind hier versammelt, gekennzeichnet durch das intensive Mit- und Gegeneinander von a) improvisiertem Stimmmaterial, b) elektronisch generierten Sounds und Liveelektronik, c) komponierten Instrumentalparts (als Playback) und d) dem Studio als Instrument. ‚Sirenentränen und Seelentöne‘ und ‚Angelus Novus, Nr. 2‘ sind elektroakustische Musiken von 2009 bzw. 2003; die akusmatische ‚Musik für einen Sänger mit Live-Elektronik und Zuspiel für zehn Lautsprecher‘ stammt von 2008 und enthält akustische Parts mit Streichern, Bassklarinette und Percussion. Nowitz mischt Glossolalie mit Kehl- und Obertongesang bis hin zu Pfeiftönen, bei dem auf Paul Klee anspielenden Stück weniger, bei den mit Sounds von Synthesizer und Bassklarinetten angereicherten Sirenentönen und Seelentränen stark verfremdet. Männliche Sirenen, dunkle Brüder der Recording Angels, scheinen weitab von der See eine Schattenexistenz im Cyberspace zu führen. Bei ‚Musik für einen Sänger‘ singt Nowitz im Falsett Zeilen aus einem Shakespeare-Sonett, als ein Zwitter aus Orlando und Caliban in einem stürmischen elisabethanischen Sommernachtstraum. Klees Engel wird bei ihm vom siedenden Teekessel zum Vogel, den ein Dämon umgurgelt, über den aber erzenglische Hymnik triumphiert. [...]" Rigobert Dittmann (bad alchemy, März 2011)

"A short record, but quite impressive, featuring three multi-movement electroacoustic works by Alex Nowitz. Nowitz is a composer and a singer, and these three pieces focus on his voice showcased and treated in various ways. The liner notes even mention a real-time treatment device involving Wii remotes. Movements are short, focused, and the music is very creative yet accessible, using surprise and perfection of execution to ease its conceptual dimension down our ears. VERY convincing.
[Un disque court mais très impressionnant présentant trois œuvres électroacoustiques à plusieurs mouvements d’Alex Nowitz. Celui-ci est compositeur et chanteur, et les trois pièces se concentrent sur sa voix, présentée sous divers angles et traitée de diverses manières. Il est même question, dans les notes de livret, d’un dispositif de traitement en temps réel impliquant des télécommandes Wii. Les mouvements sont courts, ciblés, et la musique créative à souhait et pourtant accessible, jouant sur l’étonnement et la perfection d’exécution pour faire passer sa dimension conceptuelle. TRÈS convaincant.]" François Couture (Délire Actuel, 25.1.2011)

 

 

Klangproben aus Homo Ludens: Angelus Novus Nr. 2

Klangprobe zu Angelus Novus Nr. II
Titel
Platzhalter
Interpret
Platzhalter
Klangprobe
Platzhalter
„Sample 1 “
(1'14'')

Alex Nowitz

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„Sample 2 “
(0'42'')

Alex Nowitz

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„Sample 3 “
(1'12'')
Alex Nowitz FAIL (Ihr Browser sollte Flash Audio Inhalt darstellen und nicht dies!).
„Sample 4 “
(1'01'')
Alex Nowitz FAIL (Ihr Browser sollte Flash Audio Inhalt darstellen und nicht dies!).

 

 

Angelus Novus Nr. 2 , für CD-Zuspiel, ist eine Komposition, die in Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Marie-Josée Chartier aus Toronto im Dezember 2003 für die Produktion „Screaming Popes“ entstand.

"Für die Komposition habe ich ausschließlich meine eigene Stimme als Ausgangsmaterial benutzt. Das Stück wurde im Studio von Richard Sacks (Arraymusic, Toronto) an einem Tag aufgenommen und an einem weiteren editiert. Nachbearbeitungen habe ich nur dann vorgenommen, wenn es mir in kompositorischer Hinsicht sinnvoll erschien. Dabei habe ich nur in geringem Maße die technischen Möglichkeiten im Studio ausgeschöpft, wie etwa Equalizing, Halleinspeisung oder Erzeugung eines Loops. Das Material der Stimme sollte in ihrer Ursprünglichkeit, so wie sie aufgenommen wurde, weitestgehend erhalten bleiben.
Die Stimme zu ergründen, ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erforschen und dabei immer wieder an Grenzen zu stoßen, um diese sowohl in physiologischer als auch kultureller Hinsicht zu überschreiten, hat mich seit jeher fasziniert. Die vier Klangproben zeigen Ausschnitte aus dieser Komposition, in der sehr unterschiedliche Facetten meiner Stimmkunst zum Tragen kommen. Mittels der Verwendung dieser Gegensätzlichkeiten und ausgehend von Paul Klees gleichnamiger Bleistiftzeichnung habe ich versucht, das hörbare Abbild eines neuen Engels zu kreieren. Gegenwärtig existieren drei Nummern oder Versionen von Angelus Novus."
Alex Nowitz (15. November 2004)



 

 


"Ludwig Wittgenstein begreift die Sprache als kaum verlässliches, gar unbrauchbares Instrument, um die Welt und das menschliche Leben zu erklären. Am Ende seines Tractatus logicus steht: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Das ist schon gut so. Ich ziehe es allerdings vor zu sagen: Wovon man nicht sprechen kann, darüber woisse man. Woissen, das stammt einerseits von Voice, dem englischen und phonetisch ähnlich klingenden Wort für Stimme; andererseits schwingt das deutsche Wort Wissen mit, in kunstvoll übersteigerter Emphase. Woissen schließt das Singen durchaus mit ein, geht aber im Grunde genommen weit darüber hinaus."
Alex Nowitz (25. Oktober 2008)